Bergedorf: „Schöne Stadt im Garten Hamburgs – Stadt der Familien und der kurzen Wege“
Die Bergedorfer Jusos haben bei ihrem letzten Juso-Stammtisch gemeinsam mit dem Bergedorfer Bezirksamtsleiter Dr. Christoph Krupp (SPD) die Entwicklung Bergedorfs diskutiert. Die Frage „Wie familienfreundlich ist Bergedorf“ war die Leitfrage für eine spannende Diskussion, die in die verschiedensten Themenfelder führte: Von Stadtentwicklung bis Wohnungsbau, von den Problemen der einzelnen Stadtteile bis zur Integrationspolitik.
Das Selbstverständnis Bergedorfs unterscheidet sich bekanntermaßen gewaltig von dem anderer Hamburger Bezirke und Stadtteile. Bergedorf hat den Charakter einer eigenen Kleinstadt. Es gibt kaum Anlässe, die es zwingend erfordern Bergedorf zu verlassen. Besorgungen für den Alltag, Einkaufspassagen, Sport- und Freizeitangebote und auch einige kleinere Gastronomiebetriebe sind direkt vor Ort. Deshalb ist es auch für unseren Bezirksamtsleiter Dr. Christoph Kurpp nicht das Ziel Bergedorf mit anderen Stadtteilen Hamburgs zu vergleichen. Statt dessen sieht er Bergedorf viel lieber auf einer Stufe mit anderen 100.000 Einwohner Städten wie etwa Flensburg oder Schwerin. In keinem anderen Stadtteil Hamburgs hat man beispielsweise die Möglichkeit direkt nebeneinander ein Einkaufszentrum und eine Innenstadt mit Einkaufsstraße zu finden. Kein Wunder also, dass Dr. Krupp für die Entwicklung Bergedorfs ein klares Leitmotiv verfolgt: „Schöne Stadt im Garten Hamburgs – Stadt der Familien und der kurzen Wege“. Die Aussage dahinter ist ebenso eindeutig: Wir haben viel Grün, viel Wasser und ein breites Angebot für Familien. Außerdem die „kurzen Wege“, alles ist dicht beieinander und die Bürgerinnen und Bürger helfen sich gegenseitig.
Auch die Einwohnerschaft Bergedorfs weist eine interessante Zusammensetzung auf. Nur in wenigen Stadtteilen findet man so dich bei einander reiche und ärmere Menschen. Nicht lange braucht man beispielsweise mit dem Fahrrad um vom Villenviertel in eine Hochhaussiedlung zu fahren. Dass das Bergedorfer Mietniveau unter dem Hamburger Gesamtdurchschnitt liegt, bewertet unser Bezirksamtsleiter sowohl positiv als auch negativ. Einerseits ist es natürlich schön, dass die Wohnungen hier bezahlbar sind, für potentielle Neu-Bergedorfer signalisiert ein geringes Mietniveau aber ebenso eine nicht allzu hohe Lebens- und Wohnqualität.
Die Entwicklung der Bergedorfer Innenstadt sieht Dr. Krupp nach Fertigstellung der Baumaßnamen als abgeschlossen. Dann stehen andere Projekte auf dem Plan, so muss z.B. dafür gesorgt werden, dass der Stadtteil Lohbrügge nicht den Anschluss an das Bergedorfer Kerngebiet verliert. Hier soll mittel- und langfristig die Eisenbahnbrücke und Fußgängerzone erneuert und verschönert werden. Da in 27% aller Bergedorfer Haushalte Kinder und Jugendlich leben und Bergedorf weiter wachsen soll, ist es auch nötig, neue Wohneinheiten zu planen. Hierbei setzt das Bezirksamt auf ein langsames und kontrolliertes Wachstum. Neue Großenflächensiedlungen sind nicht geplant, statt dessen sollen im gesamten Bezirk durch Wohnungsbau an verschiedenen Orten ca. 2000 neue Wohneinheiten entstehen. Darüber hinaus steht die Entwicklung in der Stadt (z.B. rund um den Schleusengraben) im Mittelpunkt, auch hier ist Platz für einige Wohnungen und für Betriebe.
Auch im Stadtteil Neuallermöhe gibt es bestimmte Probleme. Lange und ausführlich haben die Jusos mit dem Bezirksamtsleiter über die Wohnunterbringung am Rahel-Varhagen-Weg diskutiert. Das Problem dieser Wohnungen ist, dass dort viele Familien untergebracht sind, die kein dauerhaftes Bleiberecht in Deutschland haben und daher von vielen Integrationsmaßnahmen von vornherein ausgeschlossen sind. Da sie auch keine Arbeitserlaubnis erhalten, ist es für diese Familien schwer langfristig eine eigene Mietwohnung zu finden. Diskutiert wurden verschiede mögliche Maßnahmen zur Integration und die Angebote, die die einzelnen Stadtteile Bergedorfs dazu machen.
Abschließend wurden noch zahlreiche weitere Bergedorfer Fragen debattiert, wie z.B. die Situation des Landgebiets, die Frage nach der Auswirkung der Bergedorfer Entwicklung auf angrenzende Gemeinden wie Geesthacht, Reinbek oder Wentorf und die Frage nach den Gefahrengebieten im Bezirk Bergedorf. Dabei halten es die Jusos für besonders bedauerlich, dass im Rahmen von Umstrukturierungsmaßnahmen aller Hamburger Polizeidienststellen seitens der CDU geführten Innenbehörde, die „Dienstgruppe Präsenz der Polizei“ für den Bezrik Bergedorf aufgelöst wurde.
Insgesamt kommen aber sowohl die Bergedorfer Jusos als auch unser Bezirksamtsleiter Dr. Christoph Krupp zu dem Schluss, dass Bergedorf eine schöne Kleinstadt ist, in der er es sich auch für Familien sehr gut leben lässt.



